Wie bekommen wir wieder glückliche Ehen und Familien?


Wie bekommen wir wieder glückliche Ehen und Familien?

Diese Frage ist zu einem aktuellen Thema geworden. Die Ehe und Familie ist für den Bestand eines Volkes von großer Wichtigkeit, weil die Familie das Fundament eines geordneten Staates ist. Die Ehe ist heute weitgehend in unserem Volk in Auflösung begriffen und in Misskredit geraten. Dies wird äußerlich durch die Scheidungswelle sichtbar. Etwa jede dritte Ehe wird geschieden. Die statistischen Zahlen beleuchten wie ein Scheinwerfer den Ernst der Lage. Dazu sind viele Ehen in unserem Volk nur noch Scheinehen. Die Ehepartner haben sich auseinandergelebt. Die Ehe ist keine Lebensgemeinschaft mehr, sondern nur noch eine Arbeits- und Interessengemeinschaft aus äußeren Gründen.

Viele junge Menschen sind gar nicht mehr bereit, in den Bund der Ehe einzutreten. Man lebt und schläft zusammen und meint, dies sei eine Ehe. Das ist aber ein großer Irrtum. Natürlich gibt es noch Ehen, die in Ordnung sind, aber es besteht die Gefahr, dass wir eine Gesellschaft ohne Ehen und Familien werden.

In einem Hirtenbrief der Bischofskonferenz  heißt es: "Rettet die Familie, denn sie ist die Lebenszelle, aus der sich der Staat aufbaut. Wird die Familie zerstört, so kann sich unser Volk nie mehr erholen."

Zurück zu den Schöpfungsordnungen Gottes

Es gibt zwar viele Versuche zur Erneuerung der Ehe, aber diese Erneuerung kann es nur auf einem Wege geben, nämlich in der Rückkehr zu den Schöpfungsordnungen Gottes. Nur dann, wenn die Ehe wieder das wird, was sie nach dem Willen Gottes sein soll, kann uns rechte Hilfe zuteil werden.

Unser Volk hat viele Nöte durchgemacht und wir stecken in ungezählten Schwierigkeiten, aber am schwersten trifft uns die Not in den Ehen. Wo liegt die Ursache? "Wir haben die Wege Gottes verlassen." Unser Herr sagt uns in Seinem Wort: "Mich, die lebendige Quelle, verlassen sie und machen sich löchrige Brunnen" (Jeremia 2, 13).

In vielen Ehen ist der Unglaube eingekehrt. Die Bibel hat man als ein vergessenes Buch in die Ecke gelegt. Das Tischgebet, das bei den Eltern noch zur Sitte gehörte, verschwand. Geistig lebt man von der Tageszeitung, den Illustrierten, Romanen und dem Fernsehen. Ungezählte wollen dabei noch als Christen gelten und erkennen nicht, dass bereits der Unglaube die Seele verödet. Deshalb rufe ich allen Vätern und Müttern zu: "Reinigt eure Herzen und Häuser vom Bazillus des Unglaubens, verwehrt dem Zeitgeist und den gottlosen Strömungen den Zutritt. Kehrt zurück zu dem Glauben an den Herrn Jesus Christus, denn ohne Glauben ist's unmöglich, Gott zu gefallen." Eine Familie ohne den rechten Glauben ist wie ein Haus ohne Fundament. Wollen wir wieder glückliche Ehen sehen, dann müssen wir dem Unglauben den Rücken kehren.

Ein weiterer Zerstörer der Familien ist der Alkohol. Die hohen statistischen Zahlen unserer Tage sind ein Beweis dafür, wie der Alkoholverbrauch gestiegen ist. Wer vermag das Elend zu schildern, das durch den Alkohol entsteht! Immer wieder erleben wir, was schon Salomo von der Alkoholnot sagt: "Wo ist Weh? Wo ist Leid? Wo ist Zank? Wo ist Klagen? Wo sind Wunden ohne Ursache? Wo sind trübe Augen? Wo man beim Wein sitzt und kommt, auszusaufen, was eingeschenkt ist" (Sprüche 23, 29+30). Ich bitte euch, ihr Männer und Frauen meidet den Alkohol, auch um eurer Kinder willen. Er stärkt nicht, wie man euch vorredet, nein, er zerstört das Familienleben. 

Mit dem Alkohol Hand in Hand geht die eheliche Untreue. Auf vielen Ehen liegt ein stummer Bann, weil diese Sünde ihre dunklen Schatten darauf wirft. Der "Seitensprung" oder gar die "Ehe zu dritt" sind in der Gegenwart zu einem großen Krebsschaden für unser Volk geworden. Sehr oft tritt die Sekretärin des Chefs, die Kollegin im Geschäft, die Frau des Freundes an die Seite des Ehemannes. Wie manche Frauen wiederum verstehen es meisterhaft, sich in die Nöte und Schwierigkeiten des fremden Mannes einzumischen und täuschen ein großes Verständnis für seine Lage vor. Aus solchen Situationen heraus kommt es zu Auseinandersetzungen und das Eheleben wird immer mehr getrübt und zerstört. Mit innerem Erschrecken sehen wir, wie diese große Sünde immer mehr um sich greift. Ihr Männer und Frauen: eheliche Untreue ist Ehebruch. Der Herr aber gebietet: "Du sollst nicht ehebrechen" (2. Mose 20, 14). Weil man die Gebote Gottes über Bord geworfen hat, ist man ohne jede Orientierung und die Ehe erleidet Schiffbruch.

Wenn wir nicht zu der auch heute gültigen Schöpferordnung zurückkehren, dann sind wir dem Untergang geweiht. Wie kann doch oft ein Mann so rücksichtslos seiner Frau gegenüber sein, wo bleibt denn die gelobte Treue und Liebe des Mannes, wenn die Frau erkrankt? Wo bleibt die innere Verbundenheit, die eine Ehe ausmacht, wenn die Frau zu altern beginnt?

Aber auch Frauen verlassen ihren Mann und ihre Kinder und hängen sich an einen anderen. Das ist ein gewissenloses Handeln. Auch die Verantwortung den Kindern gegenüber wird dadurch zerstört. Welches Vorbild geben diese Väter und Mütter ihren Kindern? Müssen sich die Eltern wundern, wenn die Kinder dieselben verwerflichen Wege einschlagen und vielleicht noch tiefer fallen?!

Viele haben es vergessen, dass die Ehe nicht von Menschen, sondern von Gott eingesetzt ist. Die Heilige Schrift sagt uns: "Am Anfang schuf Gott einen Mann und eine Frau" (vgl. 1. Mose 1, 27). Mit diesen Worten hat Gott bereits die Ehe gestiftet und zwar auf Lebenszeit. Ihr Männer und Frauen, wenn ihr am Traualtar euren Bund fürs Leben vor Gott geschlossen habt, wenn ihr den Segen und Beistand Gottes an eurem Hochzeitstag erbeten habt, dann habt ihr nicht das Recht, diesen von Gott besiegelten Bund zu brechen. Wenn eure Ehe zu scheitern droht oder schon gescheitert ist, dann liegt es nicht daran, dass Gott versagt hat, sondern dass ihr nicht täglich mit dem Beistand und der Hilfe dieses Herrn gerechnet und sie in Anspruch genommen habt. Habt ihr in euren Ehejahren jemals zusammen des Herrn Hilfe für eure Ehe erbeten? Wem kann geholfen werden, wenn er es nicht will?

Wie viel Ehenot ist durch falsche Wege vor der Ehe entstanden. Unsere Väter sagten: Was man vor der Ehe sündigt, wird in der Ehe gestraft. Die meisten Jugendlichen fragen nicht nach dem Willen Gottes bei der Wahl des Lebensgefährten. Die Folge ist, dass man schon nach kurzer Zeit zu der Erkenntnis kommt: Ich habe mich falsch verheiratet. Ein gründliches, gegenseitiges Sichkennenlernen ist notwendig für eine rechte Ehe. "Darum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet. Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang."

Wer pflanzt denn heute noch die rechte Einstellung zum anderen Geschlecht und zur Ehe den jungen Menschen ins Herz? Beginnen nicht vielmehr die Liebeleien heutzutage schon in den letzten Schuljahren? Besteht nicht allgemein die Auffassung, dass die Jugendzeit ausgenutzt werden müsse. Dieses "Ausnützen" wird aber zu einem "Abnützen" aller sittlichen Werte. Unwiederbringliche Kostbarkeiten werden sinnlos verschleudert. Das Beste im Menschen wird weggeworfen und mit Füßen getreten. Wie viele junge Menschen gehen heute mit leeren, ausgebrannten Herzen, mit schuldbeladenem Gewissen, einem kranken Körper und einer matten, müden Seele in eine Ehe. Wenn so der Anfang ist, wie soll dann der Fortgang sein? Was kann ich dem anderen geben, wenn ich selbst nichts habe? Eine Ehe besteht ja nicht aus dem "Ich", sondern aus dem "Du". Viele Eheleute, sobald ernste Schwierigkeiten eintreten, kein anderes Heilmittel sehen, als die Ehescheidung. Man sagt sich, warum sollen wir ein ganzes Leben lang nebeneinander her gehen und uns Mühe und Verdruss bereiten. Also lassen sie sich scheiden. Man ist der irrigen Meinung, dass man aus der ersten Ehe gelernt hat und es in der zweiten besser machen würde. Und das ist ein bitterer Trugschluss, den nur der Teufel einreden kann. Wie kann der Segen Gottes auf einer zweiten Ehe liegen, wenn Seine Gebote in der ersten Ehe übertreten und nicht beachtet wurden. Es bleibt auch heute Wahrheit: die Ehescheidung ist Ungehorsam gegen Gott. Ungehorsam hat immer üble Nachwirkungen.

Sind Kinder da, so werden sie durch eine Ehescheidung in eine große Not hineingeführt, die oft auf die Geschiedenen wieder zurückfällt, denn man merkt erst jetzt, wie doch das Herz der Kinder an den Eltern und umgekehrt, das Vater- und Mutterherz fester an den Kindern hängt, als man dachte. Eltern sollten ihren Kindern eine sonnige Jugendzeit schenken, das ist ein Fundament, das den Kindern niemand rauben kann und sich auf den Charakter, die Veranlagung und das ganze Leben eines Kindes auswirkt. Wächst es aber in Zank, Streit und Hass auf, dann wird sein ganzes Leben davon überschattet werden. Ungezählte Geschiedene haben es bekannt, dass dadurch in einer zweiten Ehe wieder neue Nöte kamen.

Aus der Ehenot zum Eheglück

Zu einem Evangelisationsvortrag kam ein Ehepaar, das schon länger in Scheidung lebte. Während des Vortrages wurde beiden die Augen geöffnet, bis dahin hatte jeder die Schuld an dem Zerwürfnis dem anderen gegeben. Nun waren sie zu der Erkenntnis gekommen: Wir haben beide Schuld. Sie sprachen sich aus und baten um eine neue Einsegnung. Es kam zu einem guten Neuanfang, der auch Bestand hatte.

Solltest auch du eine zerrüttete Ehe beklagen müssen, dann suche eine Aussprache bei einem Seelsorger und bekenne deine Schuld. Wenn das Auseinanderleben durch eine dritte Person gekommen ist, dann breche noch heute diese Verbindung ab. Erbitte dir die Kraft dafür vom Herrn Jesus, der gesagt hat: "Bittet, so wird euch gegeben" (Matthäus 7, 7). Der Bruch muss vollkommen und restlos erfolgen, sonst hilft es dir nichts. Gott lässt keine Halbheiten zu. Es heißt in Seinem Wort: "Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen" (Matthäus 5, 28). Vielleicht musst du bis aufs Blut kämpfen, aber glaube, der Kampf lohnt sich für Zeit und Ewigkeit.

Zu einer gründlichen Bereinigung gehört auch ein offenes Bekenntnis dem Ehepartner gegenüber. Vielleicht hat er es schon lange an deinem Verhalten gemerkt und darunter gelitten. Mache es wie jener Mann, der nach einer Predigt zu seiner Frau sagte: "Ich muss dir bekennen, an deiner Seite steht ein Ehebrecher, kannst du mir das vergeben?" Die Frau vergab ihm von ganzem Herzen und es wurde das alte Verhältnis wieder hergestellt. Beide erlebten es:

                                                             Jesu Liebe kann erretten,

                                                          Seine Hand ist stark und treu.

                                                          Er zerbricht der Sünden Ketten

                                                              und macht alles, alles neu.

Wenn eine zerrüttete Ehe erneuert werden soll, müssen sich beide vor dem Herrn beugen und Ihm ihr Leben übergeben. Er ist bereit, alle Sünde zu vergeben und alles Nichtverstehen in der Ehe zu ändern. "Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde" (1. Johannes 1, 7). Keine Sünde ist so groß, dass sie nicht vergeben werden könnte. Der Herr will euch, die ihr euch auseinandergelebt habt, wieder innig miteinander verbinden. Es gibt keine größere Hilfe für eine gefährdete und zerrüttete Ehe, als das Wissen: Christus hat uns unsere Schuld vergeben. Dann wird es Wahrheit: "Gleich wie Christus euch vergeben hat, also tut auch ihr" (Kolosser 3, 13). Nur so können zerbrochene Ehen vor Gott und Menschen wieder in Ordnung kommen. Nur durch Jesus gibt es neues Leben. Wenn der Herr der Mittelpunkt in einer Ehe geworden ist, wird das Familienleben gesund, dann kehren Sonne, Frieden und Freude in das Haus ein.

Trotzdem geht auch eine christliche Ehe nicht alle Tage auf Rosenwegen, aber sie weiß sich in dem einen Herrn verbunden, der Freud und Leid schickt.

In einer rechten Ehe vereinigen sich Mann und Frau im Gebet und sie bringen ihre Lasten und Nöte dem Herrn Jesus. Das sind gesegnete Familien, wo jeder das Beten gelernt hat. Wenn Mann und Frau füreinander sich rechte Liebe erbitten, leben sie nicht mehr nebeneinander her, sondern miteinander und füreinander.

Zum Eheglück gehört auch das Wort Gottes. Wenn täglich in einer gemeinsamen stillen Zeit die Heilige Schrift gelesen wird, merkt man es: "Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege" (Psalm 119, 105).

Auch die gegenseitige Dankbarkeit gehört zum rechten Eheglück. Nehme bitte nichts als selbstverständlich hin, sonst wirst du undankbar. Wo man vergisst, Gott für den Ehegefährten und die Kinder zu danken, wird man auch untereinander undankbar.

Das gegenseitige Freudebereiten trägt auch mit zur glücklichen Ehe bei. Es müssen keine großen Geschenke sein, die wir einander geben, schon kleine Handreichungen, eine Liebkosung oder ein liebes Wort bringen oft mehr Freude für den anderen als große Geldausgaben.

Zum Schluss bitte ich dich noch einmal herzlich: Bringe deine Ehe in Ordnung vor Gott und Menschen. Fange noch heute damit an. Du weißt nicht, ob du morgen noch Zeit dazu hast. Lege dein Leben, deinen Ehegefährten, deine Kinder in Gottes Hand, dann wird deine Familie durch die Gegenwart Gottes gesegnet sein.