Warum wir Christen oft nicht positiv gesehen werden


 

Christen werden oft nicht positiv gesehen, so hatte jemand das empfinden, dass in manchen christlichen Versammlungen und Kirchen eine gefühlte Dunkelheit wahrnehmbar sei. Darauf antwortete ich:

Wahrscheinlich empfindest Du soviel Dunkelheit, weil t a t s ä c h l i c h in manchen Kirchen so viel Dunkelheit herrscht.

Es gibt viele Menschen, die in die Kirche nur aus Gewohnheit gehen, die sich also in ihr lustlos und gelangweilt fühlen.
Von den negativen Eigenschaften, die mancher noch so mitbringen mag, ganz zu schweigen.
Es werden aber auch viele von der Angst vor der "ewigen Verdammnis" beherrscht - da ist also wieder Finsternis.
Dann gibt es Menschen, die gesetzlich sind, also auch keine wirkliche Freude in ihrem Leben haben: wieder Finsternis.
Andere wieder sind verklemmt und unfrei.

Wahrer Glaube aber ist von allem diesen befreiend. Er ist freudig und erleuchtend. Er wärmt.

Aber, obwohl wir solche Dunkelheit feststellen können, sollten wir diese Menschen nicht verachten. Sie können halt noch nicht anders, und das Bestreben derjenigen, die es besser wissen, sollte sein, ihnen zu helfen.

Worum geht`s beim Christsein?

Ich habe oft den Eindruck, dass viele von uns nicht wissen, um was es beim Christsein eigentlich geht. Ich vermisse den nötigen Ernst. Wie die Welt ganz richtig erkennt: Nichts, was man wirklich braucht.
Ist uns wirklich bewußt, dass es ohne intensive und dauernde Hinwendung zum Ewigen - "Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen und allen Deinen Kräften." - keine Befreiung vom Leiden gibt?

Es gibt kein Himmelreich für uns, kein ewiges Leben, wenn unser Glaube nicht schon in diesem Erdenleben uns erlöst. Der physische Tod ändert nicht unseren Charakter, unsere Persönlichkeit. Nach dem Tod sind wir die gleichen, wie vorher, nur daß uns das physische Werkzeug fehlt. Was ist, wenn wir da noch Begierden haben, die nur im Irdischen zu befriedigen sind, wenn unser Streben auf Erden der Kariere, dem Beruf, dem Wohlstand, der Anerkennung durch Menschen galt? Also nichts, dass einen wirklichen Wert hat?
Was ist, wenn uns die Wahrheit nie interessiert hat, obwohl wir nach dem Tod in der Wahrheitswelt leben? Muss das nicht für uns öde und langweilig sein?
Aber, wir können uns auch prüfen, wenn wir auf das blicken, was nicht mehr allzu lange auf sich warten lässt: Habt Ihr schon einmal Offb.13, 16 - 18 richtig zur Kenntnis genommen? Werden wir in der Lage sein, "Nein" zu sagen, wenn das Bargeld abgeschafft wird und es nur noch bargeldlosen Kauf und Verkauf gibt? Wer "Nein" sagt, wird allen Besitz verlieren, er wird vogelfrei sein.
Aber, wir sollen ja schon jetzt, wo wir haben, leben als hätten wir nicht (Paulus).
Ich bin mir bewußt, daß ich mit diesem Beitrag keine Freude wecke, aber hoffentlich ein heilsames Erschrecken.

 

Der natürliche Mensch und der geisterfüllte Mensch

Die Bibel unterscheidet klar zwischen dem “natürlichen Menschen” und dem “geisterfüllten”. Ersterer ist zunächst jeder Mensch. Man könnte ihn auch als den Menschen bezeichnen, dem nur das bewusst ist, was ihm seine äußeren Sinnesorgane vermitteln. In seinem Denken und Fühlen ist er ganz auf die sichtbare, also die äußere Welt ausgerichtet. Von ihm sagt Paulus: Er lässt sich nicht auf das ein, was vom Geist Gottes kommt. Es ist ihm Unsinn (1. Kor. 2, 14). Und er fährt fort, dass er zu den gläubig gewordenen Korinthern auch nur reden konnte, wie zu irdisch gesinnten Menschen (1.Kor. 3,3). Auch heute noch ist die überwiegende Zahl der Gläubigen irdisch gesinnt. Wer von den Gläubigen hat “geöffnete Augen des Verständnisses”,
Wem von ihnen ist offenbar geworden, was verborgen ist ( Matth. 10, 26 - 27; Joh. 16, 12 - 14; 1.Kor. 2, 6 - 10; )? Zwar wird oft zitiert: ”In Christus sind verborgen alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis” (Kol. 2,3), aber was nützt es uns, wenn sie uns nicht zugänglich ist? Das ist aber eine Täuschung. Das wurde uns gesagt, d a m i t wir daran Anteil haben. Glauben ist eben keine blinde Sache, sondern echter Glaube macht sehend! “Durch den Glauben nehmen wir w a h r , dass die Welten durch Gottes Wort geschaffen sind.” (Hebr. 11,3). Die Jünger bezeugen: “Wir sind zum Glauben gekommen und haben e r k a n n t : Du bist der heilige Gottes.” (Joh. 6,69)
Oder, wie Kirchenvater Augustinus noch wusste: “Zwar vermag niemand an Gott zu glauben, wenn er ihn nicht irgendwie auch erkennt. Doch wird er durch den Glauben geheilt, damit er w e i t e r e Erkenntnis empfange. Es gibt manches, was wir nicht zu glauben vermögen, wenn wir es nicht erkennen, und wieder anderes, das wir nicht zu erkennen vermögen, wenn wir es nicht glauben.”
Betrachtet man nicht nur die Zersplitterung der Christenheit, sondern vergleicht auch das, was einzelne, die meinen etwas zu biblischen Themen sagen zu müssen, dann zeigt sich ein ganz schönes Chaos.
Die Bibel allein genügt nicht. Sie besitzen alle Christen. Auch die Pharisäer waren sehr bibelgläubig. Doch “der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig.” Freilich berufen sich auch viele wieder auf den Geist. Doch der Geist, den Gott gibt ist ein Geist der Wahrheit und des Verständnisses u n s i c h t b a r e r Dinge (s. bereits die oben angeführten Bibelstellen, aber auch Joh. 16, 12 -14; 2.Kor. 5,16; Kol. 1,10 u. weitere).
Laßt uns also nicht beim blinden Glauben stehen bleiben und aus ihm die Erscheinungen der Welt beurteilen, sondern werden wir durch die Heiligung geisterfüllte Menschen!

Der geistliche Mensch ist der erkennende Mensch.

 

Glaube und Erkenntnis

Einige von uns halten den „Glauben“ für das Nonplusultra. So aber haben Jesus und die Apostel „Glauben“ niemals verstanden, sondern nur in dem Sinne, dass man nur dann etwas Neues erfahren, lernen, begreifen, verwirklichen kann, wenn man denen vertraut, die dieses Neue ganz oder bis zu einem gewissen Grade verwirklicht und begriffen haben. Es ist eben wie in der Schule oder beim Studium: Bevor ich selbst etwas verstehen oder tun kann, muss ich aufnehmen, was mir der Lehrer sagt, also darauf vertrauen, dass das, was er sagt und ich bisher nicht wusste, wahr sei.
Ein schlechter Schüler wird aber immer der bleiben, der alles nur wortwörtlich wiederholen kann, und nichts begreift.
Wenn also Christen behaupten Glaubensinhalte (Für-wahr-haltens-Inhalte) seien immer nur zu glauben und nicht zu verstehen, dann sind sie schlechte Schüler Jesu. Sie stehen noch auf der Stufe unmündiger Kinder. Glauben darf immer nur Anfang des Verstehens sein.
Worin sich also Christen von den Ungläubigen unterscheiden, das sollte eben auch sein, dass sie mehr verstehen als die Kinder der Welt. Aber leider ist es so, dass die meisten Christen ihren Verstand an der Garderobe abgegeben haben, und nicht einmal viel von weltlichen Dingen verstehen.
Die ganze Tragöde des Christentums, seiner geringen Kraft in dieser Welt, ist zum großen Teil durch diesen Unverstand von uns Gläubigen bedingt.
Noch ein paar Bibelstellen dazu:
„Durch Mangel an Erkenntnis wird mein Volk zu Grunde gehen.“ (im A.T.),
„Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt…“ (Joh. 6,69),
„Brüder, werdet nicht Kinder am Verstande…“ (1. Kor. 14,20),
„So sollen wir alle zur Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen (verwirklichen)“ (Eph. 4,13)
„Oh Tiefe des Reichtums, sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes.“ (Röm. 1,33), „Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit (nicht der Glaube) wird euch freimachen.“ (Joh. 8, 32 und weitere Stellen: Joh. 16,13; 1.Kor. 2,10 und viele mehr).

 

Müssen wir nichts mehr tun?

Diejenigen unter uns, die ständig behaupten als Christ müsse man nichts mehr tun um ins Himmelreich/die ewige Seeligkeit einzugehen, von den Toten auferstehen, möchte ich fragen was sie von diesen Bibelstellen halten:

„Das ist es, was Gott will: Eure Heiligung.“ (1. Thess. 4,3)

„Strebet voll Eifer nach Frieden mit allen und nach der Heiligung, ohne die keiner den Herrn sehen wird.“ (Hebr. 12,14)

„Übe (im Griech. steht das Wort „gymnasein“, von dem unser Wort „Gymnastik“ abgeleitet ist) dich aber zur Gottseligkeit.“ (1. Tim. 4,7)

„Bewirket eure eigene Seligkeit mit Furcht und Zittern.“ (Phil. 2,12)

„Nicht, dass ich´s schon ergriffen habe oder schon vollendet sei. Ich jage ihm aber nach…(Phil. 3,12)

„Denn die Kraft erreicht ihre Vollendung in der Schwachheit.“ (2. Kor. 12,9b)

„Also ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat an sich selbst tot.“ (Jak. 2,17).

Es könnten noch viel mehr Bibelstellen angeführt werden, die wie diese, ein spirituelles Tun zur Erlangung der Verheißungen „einfordern.“