Ohne Einlage kein Bezug


Stellen Sie sich vor, Sie gehen auf irgendeine Bank und wollen eine Summe Geld abheben. Der Kassier fragt nach Ihrem Namen und der Kontonummer. Ihren Namen können Sie angeben, nicht aber die Kontonummer. Der Kassier schaut im Computer nach dem Konto, das auf Ihren Namen lautet. Leider findet der Kassier kein solches Konto. Daher können Sie beim Kassier auch kein Geld beziehen.

Nun gehen Sie auf eine andere Bank. Sie gehen an den Schalter und teilen dem Kassier mit, dass Sie einen bestimmten Betrag vom Bankkonto abheben möchte. Diesmal sind Sie Kunde bei dieser Bank. Der Kassier findet sofort die Kontoangaben, aber er kann Ihnen den Betrag nicht auszahlen, weil das Konto gerade auf Null ist.

Was lernen wir aus diesen beiden Fällen? Damit wir von einem Konto Geld abheben können, brauchen wir zuerst ein bestehendes Konto. Zweitens brauchen wir aber auch ein Guthaben auf dem Konto, sonst gibt uns die Bank kein Geld. Erst wenn wir beide Bedingungen erfüllen, sind wir auch berechtigt, Geld bei der Bank abzuheben.

Viele Menschen sehen Gott als eine solche Bank an. Jedes mal, wenn sie in eine finanzielle Not geraten, erhoffen sie von Gott einen Geldbetrag. Die Absicht mag zwar vorbildlich sein, denn bei Gott wären sie an der richtigen Stelle. Trotzdem sind diese Menschen nicht berechtigt, von Gott etwas zu verlangen.

Bei Gott gibt es auch eine Art Himmelsbank, die nach speziellen Bedingungen funktioniert. Einen Hinweis darauf gibt diese Bibelstelle:

Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen.
Matthäus 6, 20

Nun werden einige sagen, dass wir die Schätze ansammeln sollen, damit wir etwas haben, wenn wir in den Himmel kommen. Es tut mir leid, aber das stimmt nicht. Diese Bibelstelle noch der ganze Zusammenhang gibt keinen noch so kleinen Hinweis darauf. Vielmehr lernen wir aus diesem Bibelvers, dass wir eine Anlage machen können, die keinem Wertverfall unterworfen ist. Es gibt also weder eine Abnutzung noch eine Wertverminderung.

Wir können Schätze im Himmel ansammeln, indem wir nach Gottes Willen von unserer Zeit oder Besitz geben. Sobald wir solche Schätze angesammelt haben, können wir auch wieder einen Bezug machen. Doch wir müssen den ersten Schritt tun und etwas geben.

Sicher kennen Sie das Gleichnis vom Sämann. Es ist ein Schlüssel um das Königreich Gottes zu verstehen. Es funktioniert auf dem Prinzip von Säen und Ernten. Ohne Saat keine Ernte! Ohne Einlage auf dem „Himmelskonto“ kein Bezug! Dabei können wir einen grösseren Bezug machen, als wir eingelegt haben, denn die „Verzinsung“ ist gut, wenn nicht sogar sehr gut. Gott ist so ein freudiger Geber, dass Er unsere Saat multipliziert. Wie gross dieser Ueberschuss ist, kann ich Ihnen so nicht sagen. Sie dürfen also mehr erwarten als Sie „einbezahlt“ haben.

Die Bibel erzählt von einer Frau, die ein wenig Oel hatte. Gott multiplizierte dieses Oel dermassen, dass die Frau ihre Schulden zahlen konnte und darüber hinaus davon leben konnte.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Gott ist kein Automat, bei dem man einen Betrag einwerfen kann und dann einen Riesengewinn einsackt. In erster Linie muss die Beziehung zu Gott stimmen, dann kommen diese „Vorteile“ zum Tragen.