Folge mir nach

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1 Nachdem Mose, der Bevollmächtigte des HERRN, gestorben war, sagte der HERR zu Josua, dem Sohn Nuns, dem Helfer Moses:

2 »Mein Diener Mose ist tot. Nun mach dich auf und zieh mit dem ganzen Volk über den Jordan in das Land, das ich euch geben will! Führe das ganze Volk Israel über den Jordan!

3 Jeden Fleck Erde, den ihr betreten werdet, gebe ich euch, wie ich es Mose versprochen habe.

4 Euer Gebiet soll von der Wüste im Süden bis zum Libanongebirge im Norden reichen, es soll nach Osten zu das ganze Land der Hetiter bis zum Eufrat einschließen; im Westen erstreckt es sich bis zum Mittelmeer.

5 Kein Feind wird sich gegen dich behaupten können; denn ich werde dir dein Leben lang zur Seite stehen, genauso wie ich Mose zur Seite gestanden habe. Niemals werde ich dir meine Hilfe entziehen, nie dich im Stich lassen.

6 Sei mutig und entschlossen! Du wirst diesem Volk das Land, das ich ihren Vorfahren mit einem Eid zugesagt habe, als bleibenden Besitz zuteilen.

7 Halte dich mutig und entschlossen an das, was mein Diener Mose gesagt hat! Befolge mein Gesetz, das er dir übergeben hat, und lass nicht das geringste davon außer acht; dann wird dir alles gelingen, was du unternimmst.

8 Sprich die Weisungen aus meinem Gesetzbuch ständig vor dich hin und denke Tag und Nacht darüber nach, damit dein ganzes Tun an meinen Geboten ausgerichtet ist. Dann wirst du Erfolg haben und wirst alles, was du beginnst, glücklich vollenden.

9 Ich sage dir noch einmal: Sei mutig und entschlossen! Hab keine Angst, und lass dich durch nichts erschrecken; denn ich, der HERR, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst!«

Geliebte Gemeinde,

in meinem Arbeitszimmer sitzt mir jemand gegenüber und erzählt von den Schwierigkeiten seines Lebens und sagt dann: „Am liebsten wäre es mir, Gott würde einen Knopf drücken und alle meine Probleme wären gelöst.“ Ich kann solche Wünsche gut verstehen. Auch ich möchte oft schnelle Lösungen, die mich keine Anstrengungen kosten und trotzdem optimale Ergebnisse bringen.

Einen ähnlichen Wunsch hatte das Volk Israel auch. 40 Jahre vor unserem Predigttext lagerte Israel schon ein mal am Ostufer des Jordans (4. Mose 13 + 14). Damals war Mose ihr Leiter. Er schickte Kundschafter über den Fluss. Einer von ihnen war Josua. Als die Kundschafter zurück kamen, berichteten sie von einen wunderbaren Land in dem Milch und Honig fließen. Sie erzählten aber auch von befestigten Städten und alle Männer seien riesengroß. Damals hatte Josua gesagt: „Mit Gottes Hilfe können wir sie besiegen!“

Doch das Volk wollte keine Kämpfe. Sie wollten Milch und Honig ohne sich anstrengen zu müssen. Und weil Gott keinen Knopf drückte, kehrten sie um. 40 lange Jahre wanderten sie dann kreuz und quer durch die Wüste und alle ihre Männer starben - bis auf Josua und Kaleb. Statt Milch und Honig - jeden Tag Sand zwischen den Zähnen. Statt Kampf und Sieg und ein wunderbares Land zu bestellen - schaufelten sie Gräber hinter jeder Düne.

Jetzt stand eine neue Generation am Ostufer. Jetzt war Josua ihr Leiter und Gott sprach zu ihm: ‚Mach dich auf und zieh jetzt mit dem ganzen Volk über den Jordan.‘