Christenverfolgung in Iran und Irak

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Bild: SEA

Im Fokus des „Sonntag der verfolgten Kirche“ stehen
Iran, Irak, Bhutan und Indien. Diese Länder befinden sich im weltweiten Index
bezüglich Christenverfolgung in den unrühmlichen vorderen Rängen. Für sie wurde am 11. November in Kirchen und Gemeinden besonders gebetet.

Die
Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) hat Kirchegemeinden bereits im
neunten Jahr zur Durchführung eines Sonntages der verfolgten Kirche aufgerufen. Am 11.
November – oder auch am nächsten Sonntag, dem 18. November – sollte der leidenden Kirche
weltweit gedacht werden. Rund 200 Millionen Menschen leben in Ländern, in denen
die Religionsfreiheit nicht garantiert ist. „Das Bewusstsein, dass auch im 21.
Jahrhundert Tausende von Christinnen und Christen wegen ihres Glaubens
diskriminiert, verfolgt, eingesperrt, gefoltert oder umgebracht werden, soll
auch in der Schweiz geschärft werden“, sagt Pierre Tschanz, Leiter der
Arbeitsgemeinschaft für Religionsfreiheit der SEA. Gottesdienste, in denen die
weltweite Verfolgung thematisiert wird, können dazu beitragen und Anlass zum
Gebet für konkrete Anliegen sein. Im Fokus stehen dieses Jahr die vier Länder
Iran, Irak, Bhutan und Indien. Eine Informationsmappe zur allgemeinen Situation
betreffend Christenverfolgung weltweit als auch zu den vier herausgehobenen
Ländern dient den Kirchen zur Vorbereitung und Durchführung dieses besonderen
Sonntages.

Unterdrücktes Christentum
Der Iran steht nach
Nordkorea und Saudi-Arabien an dritter Stelle des Verfolgungsindexes. Offiziell
zählt das Land rund 150’000 Christen. Man schätzt aber, dass man mindestens
100'000 Christen mit muslimischem Hintergrund hinzufügen kann. Die Regierung
ist sich dieses Wachstums der Kirche sehr bewusst und versucht es mit allen
Mitteln zu verhindern. Die im Irak vor zwei Jahren angenommene neue Verfassung
könnte es ermöglichen, dass im terrorübersäten Zweistromland die Scharia
eingeführt würde. Damit ginge es den jetzt schon bedrängten Christinnen und
Christen noch schlechter. Die Folge wäre wohl ein Massenexodus. In Bhutan sind öffentliche Gottesdienste sowie konvertieren zu einer andern Religion
als der lamaistisch-buddhistischen gesetzlich verboten. So kommt es für Christen oft zu Benachteiligungen
wie Geldstrafen, Schulverweigerung und Problemen bei der Arbeitssuche bis hin
zu Verhaftungen und Gefängnisstrafen wegen christlicher Aktivitäten. Obwohl die
nur etwa 2.5 Prozent Christen in Indien einen grossen Teil der
Sozialarbeit tragen (20 Prozent des Schulwesens, über 25 Prozent der
Einrichtungen für Waisen und Witwen und etwa 30 Prozent der Arbeit unter
Behinderten, Aidspatienten, Leprakranken, Armen und Ausgestossenen) müssen sie
zunehmend unter diskriminierenden Gesetzen leiden, welche die Regierung
erlässt. Unter andern werden christliche Versammlungen verboten.

SEA und AGR
Die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA) ist eine
Bewegung von Christen aus reformierten Landeskirchen, evangelischen Freikirchen
und christlichen Organisationen. Sie besteht aus 80 Sektionen mit rund 550
Gemeinden und 100 Organisationen. Ihre Basis in der Schweiz wird auf rund 250
000 Personen geschätzt. Sie unterhält 14 Arbeitsgemeinschaften (AG). Mitglieder
der AG Religionsfreiheit (AGR) sind Open Doors (OD), Hilfsaktion Märtyrerkirche
(HMK), Christian Solidarity International (CSI), Christliche Ostmission (COM),
Aktionskomitee für verfolgte Christen (AVC), Osteuropamission (OEM) und Licht
im Osten (LIO). Die SEA ist Teil der Weltweiten Evangelischen Allianz, in der
420 Millionen Christen aus 127 Ländern zusammengeschlossen sind.

Quelle: SEA

Sprache: Deutsch

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