Alle Dinge dienen uns zum Genuss


Ist Reichtum Sünde? Oder müssen Christen arm sein? Dies sind Fragen, die ich immer wieder auf eine neue Art in diesem Blog beantworten will. Wenn Reichtum Sünde sein soll, wieso ist er nicht in den Zehn Geboten aufgeführt. Wenn Reichtum eine Gefahr wäre, dann müsste er doch explizit in der Bibel als Sünde deklariert werden. Ich konnte nirgends in der Bibel einen stichfesten Hinweis finden. Dafür bringt Paulus einen anderen Aspekt nämlich, dass Gott reichlich gibt:

Den Reichen in dieser Welt gebiete, dass sie nicht stolz seien, auch nicht hoffen auf den unsicheren Reichtum, sondern auf Gott, der uns alles reichlich darbietet, es zu genießen;
1. Tim. 6, 17

Sicher sind Sie so schlau festzustellen, dass in dem Wort reichlich das Wort reich enthalten ist. Gott kann uns nicht reichlich geben, wenn Er etwas dagegen hat. Wenn uns Gott etwas reichlich gibt, dann laufen wir in Gefahr, dass wir dies horten. Doch Gott möchte, dass wir dies geniessen. Wir haben manchmal eine andere Einstellung dazu. Vor Jahren habe ich meinem Patensohn ein exklusives Modellauto geschenkt, damit er damit spielen konnte. Als sein Vater das Geschenk sah, sagte er sofort, dass es an einen schönen Ort gestellt wird. Irgendwie löste es eine Reaktion in mir aus. Die Verwendung des Geschenkes entsprach nicht meinen Absichten. Es sollte ein Spielzeug sein und kein Ausstellungsstück. Die Reaktion des Vaters hat etwas über seine Wertvorstellungen gezeigt. Jeder Gegenstand hat eine betragliche Limite, bis zu dieser man den Gegenstand benutzen kann und wenn die Limite überstiegen wird, dann darf man es nur noch als Ausstellungsstück behandeln. So wie dieser Vater hat jeder von uns eine Wertvorstellung jedes einzelnen Gegenstandes. So beurteilt jeder Mensch jeden Gegenstand anders und deshalb sind die Limiten auch jeweils anders.

In dieses Wertesystem kommt nun Gott und sagt, dass alle Dinge dazu da sind um sie zu geniessen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Gegenstand in einem Tresor genossen wird. Dies wird vom Besitzer eher als Wertgegenstand angeschaut. Stellen Sie sich ein Handy (Mobiltelefon) vor, das USD 10'000.00 kostet. Was ist es nun? Vom Preis her sicher ein Wertgegenstand. Die vielen Edelsteine daran rechtfertigen diese Einstufung. Vom Zweck ist es aber ein Gebrauchsgegenstand und darum ist es auch als solchen zu behandeln. (Um ehrlich zu sein, ich würde niemals ein solch teures Handy kaufen, aber ich finde es ein gutes Beispiel wie wir Dinge beurteilen).

Gott gibt uns alle Dinge damit wir sie geniessen und nicht horten können. Man könnte es auch etwas anders formulieren. Jede Sache sollte einen direkten Nutzen bringen. Ein schönes und dazu teures Bild in einem Tresor bringt nicht viel. Wenn es aufgehängt ist, kann man sich jeden Tag daran freuen.

Hat der Gegenstand seinen Nutzen verloren und ist noch in gutem Zustand kann man ihn einfach weitergeben. Eine andere Person hat Freude daran und der Gegenstand erfüllt wieder seinen Zweck. Wir säen etwas und können dafür wieder ernten. Das ist das göttliche Prinzip.