Weblog von stemo

Ungefähr mit dem 33. Psalm gebetet

(Un-) mögliches Gebet
Ich schiebe meine Frömmigkeit vor mir her wie einen Panzer. Deine Macht gibt mir die Stärke. Rechtschaffenheit lässt Angriffe abperlen.
Erst im Vers 19 kommt endlich auch mein Hunger zur Sprache. Und meine Sehnsucht nach Sicherheit in aller Angst. Ich spüre, wie gefährdet ich bin. Vor dir kann ich alle fromme Panzerung aufgeben. Da lerne ich, deiner Gute zu trauen. Und endlich bin ich mir selber wieder sympathisch.
Stefan Moll

Ungefähr mit dem 32. Psalm gebetet

(Un-) mögliches Gebet
Saft und Kraft sind weg. Und weisst du, wer sie mir genommen hat? Du! Du – mächtiger Gott, bist schuld, dass mir das Leben unter der Hand zerrinnt.
Heute sehe ich das noch ein bisschen anders. Du hast mich sanft berührt und mir das Vertrauen zurückgegeben. So konnte ich auch über mich selber nachdenken.
Weisst du, was ich dabei gelernt habe? – Wenn ich das nächste Mal vom Leben überrollt werde, komme ich gleich zu dir. Ich habe verstanden, dass du das Leben nicht wegnimmst, sondern erfüllst.
Stefan Moll

Ungefähr mit dem 31. Psalm gebetet

in

(Un-) mögliches Gebet
Meine Zeit: sie liegt in den Händen von anderen. Alle wollen sie etwas.
Meine Zeit: sie wird von der Agenda und von der Pflicht bestimmt.
Meine Zeit reicht nicht, um meine Pläne zu verwirklichen. Keine Zeit, um noch eine fremde Sprache zu lernen. Keine Zeit für die Kinder und Enkel. Keine Zeit, die Reise zu machen.
Könnte ich doch, - ach, könnte ich doch meine Zeit aus deinen Händen nehmen! Du aber sagst mir, dass ich das kann, weil du die Zeit schaffst.

Ungefähr mit dem 30. Psalm gebetet

(Un-) mögliches Gebet
Mein Gott, du hast mir das Leben neu aufgemischt. Noch gestern Abend war mir zum Heulen. Du hast meinen Ärger und meine Angst mitgekriegt. Lauthals habe ich dir geklagt, wie sinnlos mir alles vorkommt.
Und du? Du hast den ganzen Müll genommen. Und noch während ich heulte und schlief, hast du alles verändert in pure Lebensfreude. Du hast mir einen völlig neuen Morgen geschaffen – ganz leicht. – Ich wollte, ich könnte alle meine Dinge mit deiner Leichtigkeit regeln.
Stefan Moll

Ungefähr mit dem 29. Psalm gebetet

(Un-) mögliches Gebet
Jetzt hast du mir ins Herzen gedonnert! Zu mächtig bist du für mich. Mit einem Wort hebst du die ganze Welt aus den Angeln. Ehrlich, du machst mir Angst mit deiner unbändigen Macht.
Aber ich sehe auch, wie sehr ich mich in dir täusche. Für einen Wunscherfüller habe ich dich gehalten, für einen Lückenbüsser, der nach meiner Pfeife tanzt. Jetzt hast du mir aber gedonnert!
Nach diesem Gewitter aber erfüllt mich ein unglaublicher Frieden.

Ungefähr mit dem 28. Psalm gebetet

(Un-) mögliches Gebet
Vater im Himmel, dein Schweigen macht mir Angst. Je länger du schweigst, um so ähnlicher bin ich wie jene, die ich verachte. Deine Stummheit verhindert, dass ich mich von Gottlosen und Bösen abheben kann. Und je länger das dauert, um so weniger gibst du mir Schutz gegen solche Typen. Ohne dich habe ich keine Waffe mehr in der Hand gegen Personen, die auch dir nie und nimmer gefallen.

Minarette und die goldene Regel

Bei der Minarettinitiative, die in der Schweiz am 29.11.2009 zur Abstimmung gelangt, gehe es um christliche Wert, sagen politische Parteien.Das finde ich auch. Zeit also, biblische Werte in Erinnerung zu rufen:

„Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.“

Matthäus 7. 12

Ungefähr mit dem 27. Psalm gebetet

(Un-) mögliches Gebet
Jetzt will ich nichts mehr hören von Gehetze, vom Druck und von Anfeindungen. Ich habe genug vom Krieg, der gegen mich entbrannt ist.
Jetzt, mein Gott, habe ich nur noch Augen für dich. Ich sehe mich in deinem Licht, bade mich in deiner Macht und Herrlichkeit, hebe ab in der Anbetung, wiege mich im Traum deines Glanzes. Möge Religion mir jetzt ein Opium sein, das mich wegnimmt in einen süssen Traum, - nahe bei dir.

Ungefähr mit dem 26. Psalm gebetet

(Un-) mögliches Gebet
Mein Gott, warum sage ich dir, dass ich auf dem rechten Weg bin? Warum bitte ich dich gar, mich zu durchleuchten – schau mich nur an, du wirst keinen Fehltritt finden. Warum verweise ich darauf, dass ich mich nicht in schlechte Gesellschaft begebe? Und warum unterstreiche ich so sehr, dass die Nähe zu dir mir so viel bedeutet?

Ungefähr mit dem 25. Psalm gebetet

(Un-) mögliches Gebet
Allein bin ich, die Angst packt mich im Nacken und ich sitze im Dreck. – So sieht es aus bei mir, guter Gott. Aber ich will dir etwas vorrechnen. Erstens: mit der Angst nimmt auch meine Sehnsucht nach dir zu. Du weisst ja, die Not lehrt einen beten. Und zweitens: Ich möchte dich fragen, ob du mir den richtigen Weg weisen könntest. Im Grunde genommen kenne ich ihn ja schon und ich frage spät danach. Aber du musst zugeben: noch ein Pluspunkt.
Damit komme ich zum Dritten: Jugendsünden, Übertretungen, meine Schuld, Gleichgültigkeit und die vielen Minuspunkte.

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